Campus Charlottenburg - Was bringt das Jahr 2015?

Neujahrsempfänge sind doch immer gleich! Stimmt. Stimmt aber auch nicht immer.

Bei den diesjährigen Empfängen der beiden großen Charlottenburger Universitäten gab es Neues zu berichten. Es gab neue Themen und neue Personen.

Die Marke Campus Charlottenburg steht für die Kooperation der Technischen Universität Berlin mit ihrem Nachbarn, der Universität der Künste sowie dem Bezirk Charlottenburg. Seit einigen Jahren gibt es eine bewusst intensivierte Kommunikation zwischen den Arbeits- und Leitungsebenen der Partner. Grundlage ist die Formulierung gemeinsamer Ziele hinsichtlich Bildung, Forschung und Stadtentwicklung, die die diesjährigen Begrüßungsreden der beiden Präsidenten prägten.

2015: Eine anspruchsvolle Agenda für die Technische Universität

Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin

Seit dem ersten April 2014 hat das neue Präsidium seine Arbeit aufgenommen und zum Beginn des neuen Jahres zieht der TU-Präsident im historischen Lichthof des Hauptgebäudes ein erstes Resümee und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr. Das Wissenschafts- und Bildungsjahr wird laut Christian Thomsen eine Vielzahl von Neuerungen und erfreulichen Entwicklungen, aber auch Anstrengungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Technischen Universität mit sich bringen.

„Im vergangenen Jahr haben 7.700 Studierende ihr Studium begonnen. Die Abgänger haben durchschnittlich ein bis zwei Monate nach ihrem Studienabschluss eine Berufstätigkeit in Berlin und in der Region aufgenommen. Absolventinnen und Absolventen geben der TU Berlin als Ausbildungsstätte mit 2,3 eine gute Gesamtbenotung für ihre Ausbildung. Das freut und sehr und bestätigt und darin, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen,“ so Thomsen. „Die zunehmende Internationalisierung der Wissenschaftslandschaft macht sich immer stärker bemerkbar, etwa 46% der Studierenden kommen nicht aus Berlin und Brandenburg. Der Anteil der Studienteilnehmer aus anderen Ländern und Kulturen spielt eine steigende Rolle und so wundert es nicht, dass die TU englischsprachige Masterstudiengänge anbietet und dies ausbaut. Unsere Universität ist ein Ort des internationalen Austausches von Wissen, Methoden und Kulturen und dies ist dem Präsidium ein besonderes Anliegen.“

Im Hintergrund der universitären Bildung und Forschung steht die Verwaltung und die Planung der Ausbildung, ein immenser logistischer und organisatorischer Aufwand. Wie in allen Wirtschaftsunternehmen auch vollzieht die TU aktuell einen Prozess der Digitalisierung. Verwaltungsintern strebt die TU Berlin die Einführung eines integrierten Campus-Managementsystems sowie eine Verdichtung der Raumnutzung zur Flächenoptimierung an. „Beides sind Prozesse, die erfahrungsgemäß für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tief greifende Veränderungen bedeuten und Herausforderungen darstellen,“ betont der Präsident.

Baulich wird sich die Technische Universität deutlich entwickeln, denn eine Summe von 32 Mio. Euro aus freigewordenen BAföG-Mitteln wird ab 2015 in universitäre Sanierungs- und Neubauprojekte fließen. Ein Teil davon soll beispielweise an öffentlichkeitswirksamer Stelle, unmittelbar am Ernst-Reuter-Platz, in die Erweiterung des Gründerzentrums gehen. Der bisher unsanierte und leer stehende Flachbau des Bergbau- und Hütteninstituts soll künftig jungen Ausgründern Raum für neue Unternehmungen bieten. Neben dem CHIC in der Bismarckstraße wird die Marke Campus Charlottenburg gestärkt und nach außen sichtbar gemacht. Die Vernetzung des Campus mit den benachbarten Wirtschaftsunternehmen und in die Region hinein wird damit substanziell gestärkt.

Dies ist auch dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ein Anliegen, denn der hoch frequentierte Ernst-Reuter-Platz stellt ein wichtiges Aushängeschild von internationaler Wahrnehmung für den Campus und die CITY WEST dar.

Neujahrsempfang der TUB 2015

Das Studium Generale ist heute wichtiger denn je

Prof. Martin Rennert, Präsident der Universität der Künste Berlin

Über den Tellerrand hinaus zu blicken und querschnittsorientiert zu arbeiten, ist eines der Kernanliegen in der Berliner Universität der Künste. Präsident Matin Rennert betont den gesamtheitlichen Lehrauftrag und die 300-jährige Geschichte des Hauses, die auf einer Stiftung der brandenburgisch-preußischen Akademie der Künste aus dem Jahr 1696 aufbaut. Die didaktische Aufgabe ist es, durch Kunst zu bilden und auch divergierende kulturelle Aspekte in den Lebensalltag zu integrieren. Bei der universitären Lehre geht es um den gesellschaftlichen Auftrag der interkulturellen Kommunikation und um die Stärkung der Internationalität. „Nicht zuletzt auch unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten Tage und Wochen sieht sich die UdK Berlin bestärkt in ihrem Auftrag, ein freier Raum für Künste und ein Ort des Dialogs zu sein“, so Martin Rennert. Ein wie an der UdK praktiziertes Studium Generale leistet im gesellschaftlichen Diskurs wichtige Beiträge und gibt wertvolle Gedankenanstöße.

Die Attraktivität der UdK wird durch die steigende Nachfrage der Studienanfänger deutlich, aber auch durch Veranstaltungen wie den Rundgang, der dieses Jahr am 17.-19. Juli stattfinden wird. Insbesondere die symbolhafte offene Tür der UdK hat sich in den letzten Jahren mit bis zu 30.000 Gästen an einem Wochenende als Erfolg erwiesen. Jeder der vier Bereiche Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst findet dabei seine Anhängerschaft und entfaltet seine Wirkung bei der Rezeption der Studienergebnisse.

Unter den Gästen des Neujahrsempfangs fanden sich unter anderen Persönlichkeiten wie S.E. Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel, Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft, die Intendantin des rbb, Dagmar Reim, Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin des DAAD, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der HU Berlin, Prof. Dr. Monika Grosz, Rektorin der Beuth-Hochschule, sowie Ruth Cornelsen von der Cornelsen Stiftung.

Sandra Scheeres, die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, hob in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der Ausbildung ab, die bereits in den Schulen beginnt: "Ich wünsche mir, dass die Berliner Wissenschaft mit den „Schönen Künsten“ stil- und kulturprägend für unsere Stadt bleibt. Die künstlerische und musische Bildung ist für die Entwicklung von großer Bedeutung. Wir wollen Kinder und junge Menschen für die Künste begeistern, und dazu brauchen wir gut ausgebildete und motivierte Fachlehrkräfte! Ich bitte Sie, uns dabei zu unterstützen, damit wir gemeinsam die heranwachsenden Generationen für die Musik und Kunst motivieren und ausbilden können." Die Universität der Künste leistet dazu einen wichtigen Beitrag in unserer Stadt, so Senatorin Scheeres.

Zum Wintersemester 2014/2015 haben eine Reihe neuer und überraschend junger Professorinnen und Professoren ihre Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität der Künste begonnen. Ihr Auftrag ist es, frische Ideen und die notwendige Nähe zu den Studierenden in die vier Universitätsbereiche zu bringen. Sie sind ein Garant für die progressive Auseinandersetzung mit den sich ständig wandelnden Herausforderungen.

Foto: Universität der Künste Berlin

Neue ProfessorInnen der Universität der Künste

Ernst-Reuter-Platz, Schaufenster der Universität und Treffpunkt für die ganze Stadt

Architekturstudierende an der TU Berlin wissen wohl am besten, wie sich ihr Campus baulich weiter entwickeln sollte, um den heutigen Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden. Daher hat Burkhard Lüdtke, Leiter des Fachs Modell + Design, seinen aktuellen Jahrgang dazu animiert, sich Gedanken um die teilweise denkmalgeschützte Bausubstanz des Campus zu machen und ihre Ideen als Modelle darzustellen. Inspiriert wurden die Studierenden bei gemeinsamen Rundgängen vor Ort und einem Informationsaustausch mit dem Leiter der TU-Bauabteilung Martin Schwacke, der für die Bauliche Unterhaltung und  Entwicklung verantwortlich zeichnet.

Konkret geht es um Ideen zur Umgestaltung des Erdgeschossbereichs des blau-grauen Willy-Kreuer-Gebäudes direkt am Ernst-Reuter-Platz, genannt BH-Gebäude, da es das Bergbau- und Hütteninstitut beherbergt. Dieses Gebäude soll auf Wunsch der TU Leitung künftig öffentlichkeitwirksame Nutzungen und die Ausstellungsräume des TU-Gründungsservice „Centre für Entrepreneurship“ beherbergen.

Ein neues Uni-Café wird von den Studierenden als ,Schaufenster der TU Berlin‘ unmittelbar am U-Bahn Ausgang geplant. Es soll den Campus nach außen für Passanten und externe Gäste öffnen und so einen neuen Treffpunkt in der Stadt kreieren. Rund um das Café sollen im Foyer im Willy-Kreuer-Bau künftig Ausstellungsräume, das Centre for Entrepreneurship, ein ,Späti‘ für Studierende und arbeitswütige Angestellte, Konferenz- und Tagungsräume für Betriebsamkeit rund um die Uhr sorgen. Wichtig war den Studierenden, Raum für studentische Arbeitsplätze zu integrieren, eine Idee, die selbst beim TU-Präsidenten Prof. Dr. Christian Thomsen höchste Priorität genießt.

Die Ergebnisse sind von weit reichendem Interesse, für den Ernst-Reuter-Platz und die CITY WEST einerseits, aber auch für die Berliner Bildungslandschaft und die regionale Wirtschaft. Durch dieses Konzept können die Wechselwirkungen zwischen Universität und Wirtschaft  gestärkt werden, Studierende leichter Kontakte zu Arbeitgebern entwickeln und Forschung und Entwicklung voranschreiten.