Über morgen

Am Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE-IT wird an Szenarien für das Leben von morgen gearbeitet. Zum Beispiel: Wie nutzen wir die Digitalisierung für unsere Zukunft?

 Prof. Dr. Volker Wittpahl © Anke Jacob

Ortstermin am Steinplatz 1, an der Kreuzung zur Hardenbergstraße. Prof. Dr. Volker Wittpahl – 47 Jahre, Studium der Mikroelektronik, seit rund zwei Jahren Leiter des iit – empfängt in einem kleinen Besprechungsraum. Frage: Was machen Sie eigentlich genau? Volker Wittpahl lacht und antwortet: „Diese Frage höre ich oft.“ Eine Antwort: Die Arbeitsfelder mit öffentlich sichtbaren Ergebnissen sind Analysen, Studien und Publikationen zu gesellschaftlich relevanten Feldern vor technischem Hintergrund, zu Themen wie Innovationsfähigkeit, Clustern oder Digitalisierung.

Dann gibt es laut Wittpahl noch die weniger offensichtlichen Arbeitsfelder: „Wir liefern politischen und anderen Entscheidern neutrale, wissenschaftlich belastbare Beratung zu zukunftsrelevanten Fragen – basierend auf Daten und unseren Erfahrungen.“ Das iit ist unter anderem beauftragt mit Begleitforschungen zu Förderprogrammen von Bundesministerien, bietet aber auch andere wissenschaftsnahe Dienstleistungen für Organisationen, Städte und Kommunen oder Firmen. Und das nicht nur national, sondern auch international: Das iit hat Auslandsvertretungen an den Außenhandelskammern in Frankreich, den USA, Argentinien, Chile, Korea und Peru.

Mit Abkürzungen ist das ja so eine Sache. In der zwischenmenschlichen Kommunikation sind Abbreviaturen äußerst beliebt, aber beim iit in der VDI/VDE-IT treten sie gehäuft auf. Warum? Das iit ist ein Institut der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (VDI/VDE-IT): ein Dienstleistungsunternehmen und Projektträger mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

VDI/VDE, diese Buchstaben stehen für die Gesellschafter VDI GmbH und VDE e. V. Die ersten drei Buchstaben sind die Abkürzung für den „Verein Deutscher Ingenieure“. Mit mehr als 155.000 Mitgliedern immerhin der größte technisch-wissenschaftliche Verein Deutschlands. Die Abkürzung VDE steht für den „Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.“, gegründet 1893 in Berlin, 36.000 Mitglieder.

Bei seinen Studien und Dienstleistungen greift das iit auf die breite Expertise von den Kolleginnen und Kollegen der VDI/VDE-IT in Natur-, Sozial-, Wirtschafts-, Ingenieur- und Rechtswissenschaften zurück: Expertinnen und Experten aus verschiedensten Bereichen wie Biologie, Neurowissenschaft, Astrophysik, Sinologie oder Chemie. Mit einem Anteil von 40 Prozent ist der Anteil an Promovierten sehr hoch.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind so etwas wie Seismographen für politische, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen und Trends“, erklärt Wittpahl. Einer dieser großen Trends heißt Digitalisierung. „In den kommenden Jahren wird die Digitalisierung unsere Gesellschaft dramatisch verändern“, so Wittpahl weiter. Welche Folgen und Auswirkungen hat die Digitalisierung auf uns Menschen, unsere Arbeit und unser Zusammenleben? Dazu hat das iit Publikationen herausgegeben, die man kostenfrei auf der Webseite iit-berlin.de herunterladen kann.

Welche technologischen und gesellschaftlichen Trends werden unser Leben prägen? Wie können technologische Entwicklungen gefördert werden? Welche Maßnahmen haben sich in der Vergangenheit bewährt? Welche Konzepte und Erfahrungen gibt es im internationalen Vergleich? Diese Fragen spiegeln sich in den Arbeitsgebieten rund um Evaluation und Prognose von Technologien, Märkten sowie gesellschaftlichen und technologiepolitischen Entwicklungen am iit wider.

VDI/VDE-IT/iit
Kluge Köpfe 2017