Auf dem Papier fängt alles an

Mehr als eine bloße Programmiererbude – das ist Karlmax Berlin. Das junge Unternehmen entwickelt Softwareanwendungen für Android und iOS

Karl Szwillus Foto: Michael Hughes / Karlmax Berlin GmbH & Co. KG

Was braucht man, um eine App zu entwickeln? Vielleicht einen hochmodernen und blitzschnellen Computer? Vielleicht ein paar schlaue Programmierer? Oder ein Sammelsurium der neuesten Smartphone-Modelle? Fragt man Karl Szwillus, bekommt man zur Antwort: „Zunächst einmal braucht man viele analoge Dinge.“ So wie zum Beispiel eine Pinnwand, Karteikarten, Buntstifte und jede Menge Papier. Sie sind die analogen Geburtshelfer für die digitale Welt. Denn was später auf unseren Smartphones zum Beispiel das aktuelle, lokale Wetter anzeigt, unseren täglichen Kalorienverbrauch misst oder uns zielsicher durch die Straßen navigiert, beginnt ganz altmodisch auf einem einfachen weißen Blatt Papier. Dort bekommt die App ihr Design, die Oberfläche wird gestaltet, Farben und Formen werden festgelegt und die Anordnung der Funktionen oder Menüpunkte.

Auf dem Papier muss die App dann auch ihren ersten Bewährungstest bestehen: Macht das Modell so überhaupt Sinn? Wie hoch ist Bedienfreundlichkeit oder wie hoch der Nervfaktor? Wochen oder gar Monate können so vergehen. Dann erst wird der Code für die Software geschrieben. „Das bedeutet also, bei uns wird zuerst einmal viel gemalt und gezeichnet – dann erst wird programmiert“, sagt Karl Szwillus. Mit seiner Firma Karlmax Berlin betreibt der 35-Jährige Softwareentwicklung für Android und iOS sowie für mobile Webseiten. Zu den Kunden gehören vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen in ganz Deutschland.  

„Wir wollen aber mehr sein, als bloß eine reine Programmierbude“, sagt der studierte Medienwirt. Das bedeutet, das Unternehmen entwickelt nicht einfach nur die bloße Software, sondern arbeitet die Programme von der ersten Idee, über das Design bis hin zur Umsetzung aus. Einige der Apps entwickelte das Unternehmen zudem über Jahre hinweg immer weiter. Was für die Programmierenden immer wieder eine Herausforderung darstellt. „Man muss sich immer wieder neu überlegen, was passiert mit der App, wenn es keinen Empfang gibt, wie viel Speicherplatz darf das Programm einnehmen, wie sollen die Updates funktionieren, auf welchem Gerät soll das Programm laufen“, erklärt der gebürtige Dortmunder. Einer der Schwerpunkte der Firma liegt auf der Entwicklung von E-Learning-Software sowie auf der Steuerung von externen Geräten wie zum Beispiel Lichtanlagen, Home-Entertainment-Systemen oder Messe-Exponaten.

Gegründet wurde Karlmax Berlin vor drei Jahren von Karl Szwillus und Max Julian Dreißig. „Wir haben lange nach einem Namen gesucht“, erinnert sich Szwillus. Die Lösung: eine Kombination aus den Vornamen der Firmengründer Karl und Max. Kennengelernt haben sich die beiden bei Mobile.de im Europarc Dreilinden. „Das war eine sehr schöne Zeit“, erinnert sich Szwillus. Die beiden sammelten Erfahrung, lernten wie ein Konzern funktioniert. „Aber wir hatten immer schon den Wunsch uns selbstständig zu machen“, erklärt Szwillus, der seit Anfang des Jahres alleiniger Geschäftsführer bei Karlmax Berlin ist. Angefangen hat das Unternehmen an der Jannowitzbrücke. Seit einigen Jahren hat die Firma ihren Sitz im Gewerbehof Bülowbogen. Ein extrem spannender Standort, wie Karl Szwillus findet. Vor allem das Zusammenspiel der vielen unterschiedlichen Firmen mache den Gewerbehof einzigartig.

Stefanie Paul
Kluge Köpfe 2014