Der TÜV für das Computernetz

»Wir sind da immer schon an vorderster Front, wenn es um Einführungen neuer Technologien geht.«, Gabriele Schrenk, Geschäftsführerin EANTC AG

Foto: Volker Döring

Fernsehen über das Internet, Online-Banking und Telefonieren mit dem Computer – all das ist inzwischen Bestandteil unseres Alltags geworden. Doch kaum jemand macht sich Gedanken über die Technik, die dahinter steckt. Riesige Kabelnetze, die durch Verbindungsgeräte, sogenannte Router und Switches miteinander verkoppelt oder getrennt werden. Eine komplizierte Technologie, die auch dann noch funktionieren muss, wenn Tausende oder sogar Millionen Nutzer und Nutzerinnen gleichzeitig im Netz sind. Hier kommt die Firma EANTC ins Spiel. Der deutsche Marktführer testet für Großkundinnen und -kunden wie Vodafone, Alcatel oder Telekom ihre Netze, damit diese auch in Spitzenzeiten reibungslos funktionieren. Eine Art TÜV fürs Netz.

„Wir betrachten immer das Netz als Ganzes. Wenn ein Kunde zum Beispiel Fernsehen über das Internet nutzen möchte, dann will er keine grisseligen Bilder sehen, er will nicht, dass Bilder ausfallen, und will schnell die Kanäle wechseln können. Mit unseren Tests prüfen wir die Netztechnologie und Software und sichern die Qualität, die der Betreiber braucht, um erfolgreich zu sein,“ erzählt Firmenchefin Gabriele Schrenk. Schon als Studentin arbeitete die damals angehende Informatikerin bei EANTC, einem Unternehmen, das 1991 an der TU gegründet wurde. Netztechnologien standen schon zu dieser Zeit im Mittelpunkt ihres Interesses. Ihre Technikbegeisterung zeigte sich bereits in der Kindheit: „Mir war schon in der Schule klar, dass mir naturwissenschaftliche Fächer mehr liegen und dass ich mich am liebsten mit ihnen beschäftige.“ Seit 1999 ist Gabriele Schrenk Geschäftsführerin der EANTC. Spaß macht ihr die Arbeit vor allem deshalb, weil durch die neuen Technologien keine Routine entsteht. „Wir sind da immer schon an vorderster Front, wenn es um Einführungen neuer Technologien geht. Das ist eine große Herausforderung.“ Weltweit gibt es nur wenige professionelle Anbieterinnen und Anbieter, die in der Lage sind, ähnliche Dimensionen zu bearbeiten wie EANTC. Daher sind die Kundinnen und Kunden des Unternehmens auf dem ganzen Globus vertreten. In Charlottenburg fühlt sich die Firma sehr wohl. Viele Jahre an der TU ansässig, hat EANTC seit wenigen Monaten seinen Sitz am Salzufer. „Das ist zentral gelegen, hat gute Anbindungen, insbesondere an den Flughafen, und das ist wichtig für unsere Kunden“, erzählt Gabriele Schrenk. In Zukunft will die Firma, die zwei globale Wirtschaftskrisen erfolgreich bewältigt hat, weiter wachsen und dafür sorgen, dass wir neue Technologien im Netz sorglos nutzen können.

Bettina Tacke
Kluge Köpfe 2011