Der Teufel und sein Paradies

Aus einem kleinen Komponenten-Verkauf wurde Europas größter Direktvertrieb für Lautsprecher. Die Teufel Lautsprecher GmbH ist eine Erfolgsgeschichte – made in City West

Sascha Malla Foto: Manuela Steinemann

Der Teufel heißt Tschimmel. Peter Tschimmel. Vor rund 35 Jahren gründete der Berliner Tüftler die Teufel Lautsprecher GmbH. Seitdem ist der Teufel für viele ein Gott – und der neue Flagship-Store im Bikini Berlin an der Budapester Straße so etwas wie das wahrgewordene Paradies. Im August erst ist das Unternehmen komplett hierher umgezogen. In den oberen Etagen sitzen die Entwicklungsabteilung, das Kunden-Center und das Management. Im Untergeschoss, wo heute ein offenes Akustik-Labor und mehrere Showräume sind, war früher einmal die legendäre Berliner Diskothek „Linientreu“. David Bowie, Nick Cave oder Iggy Pop sollen zu den illustren Gästen gehört haben.

„Wir waren zehn Jahre lang im Gewerbehof Bülowbogen“, erzählt Sascha Mallah, der Marketing Direktor. Doch das Unternehmen sei dort herausgewachsen, sowohl von der Größe her als auch vom Anspruch. „Wir wollten nicht mehr länger in dieser Underdog-Position sein“, sagt Mallah. Denn was als Insider-Tipp für Musikfans anfing, ist mittlerweile Europas größter Lautsprecher-Direktvertrieb. Sehr bewusst haben sich die Verantwortlichen deshalb für den neuen Standort entschieden. „Für uns ist das kein x-beliebiger Ort“, erklärt Mallah. Er zeige, für was das Unternehmen steht: Tradition, Verlässlichkeit und Qualität. „Geschichte ist immer ein Sinnbild von Authentizität“, sagt Mallah.

Deshalb ist Teufel sich auch treu geblieben. Bis 1996 vertrieb das Unternehmen seine Lautsprecher noch über Fachhändler. Dann entschied sich der Firmengründer zum Direktverkauf überzugehen. Ein Konzept, das bis heute erfolgreich ist. „Der Kontakt zu den Kunden ist dadurch viel direkter und persönlicher“, sagt Mallah. Damals ging auch das online, was wir heute als Website bezeichnen würden. Eine einfache Internetseite mit einem pdf-Dokument zum Herunterladen und Ausdrucken. Für damalige Verhältnisse revolutionär.

Doch bei Teufel werden nicht nur die guten alten Zeiten beschworen. Die Entwickler*innen sind immer auf der Suche nach neuen Ideen,  bestrebt die Produkte immer noch besser zu machen, dem Zeitgeist immer einen Schritt voraus zu sein. 2007 kaufte Teufel zum Beispiel die junge Marke Raumfeld. Das Unternehmen hatte eine neuartige Software entwickelt, mit der sich Musik von verschiedenen Musik-Plattformen im Internet auf die heimischen Lautsprecher streamen lässt. Eine neuartige Software traf auf jahrelange Erfahrung – eine perfekte Verbindung. Um beide Marken künftig gleichwertig in ganz Europa und die USA zu vermarkten, haben die Verantwortlichen vor wenigen Wochen die Berlin Acoustics Group gegründet. Die Teufel-Produkte im klassischen Schwarz, die Raumfeld-Lautsprecher in der Farbe Weiß. Teufel im Himmel.

Stefanie Paul
Kluge Köpfe 2014