Ganz schön gründlich

Am Zentrums für Entrepreneurship der TU Berlin lernen GründerInnen das Rüstzeug fürs Unternehmertum

Mittwochmorgen, kurz vor neun Uhr, Hardenbergstraße 38. In den Gängen der Alten Mineralogie herrscht schon aufgeregte Betriebsamkeit. Gleich beginnt ein sogenanntes Pitch-Seminar. Dafür ist eigens eine Trainerin aus dem Silicon Valley angereist. Die Studierenden und angehenden UnternehmensgründerInnen sollen lernen, wie sie ihre Ideen in kürzester Zeit am besten präsentieren – und so potenzielle Investoren überzeugen.

Mit einem Unternehmen das größtmögliche Geld zu verdienen, sei in Deutschland aber nicht die höchste Priorität, sagt Agnes von Matuschka, Leiterin des Gründungsservice der Technischen Universität Berlin (TU). Heute gehe es darum, mit einer Idee die Welt zu verändern oder ein bisschen besser zu machen. So wie das zum Beispiel der TU-Ausgründung carzapp mit ihrem privaten Carsharing-Konzept gelingen könnte. Betreut wird das junge Unternehmen nach wie vor vom Gründungsservice der TU.

Zusammen mit dem Lehrstuhl für  Entrepreneurship und Innovationsmanagement bildet der Gründungsservice die zweite Säule des Zentrums für Entrepreneurship an der TU. „Forschung, Lehre und Praxis gehen hier Hand in Hand“, sagt Professor Jan Kratzer, der Leiter des Lehrstuhls. Es gibt Seminare, Workshops und Alumni-Treffen. Der Kontakt zu den jungen Gründerinnen und Gründern ist eng und intensiv. Keiner soll mit seinen Problemen alleingelassen werden. Damit ist das Zentrum einzigartig in der deutschen Universitätslandschaft.

In den vergangenen Jahren, so Kratzer, habe ein starker Wandel stattgefunden. Während des Studiums komme heutzutage kaum noch jemand am Thema Unternehmensgründung vorbei. In den verschiedenen Studiengängen gibt es mittlerweile Pflichtseminare oder Wahlpflichtveranstaltungen. Das Konzept gibt den Verantwortlichen Recht: Im Jahr 2009 wurden allein durch Ausgründungen der TU mehr als 14.000 neue Arbeitsplätze in Berlin geschaffen. Rund 60 Prozent der Unternehmen bleiben dauerhaft am Standort.

Stefanie Paul
Kluge Köpfe 2012