Lichtmesslabore vom Weltmarktführer

»Die Spitzenkunden kommen zu LMT.«, Raymund Hammer, Geschäftsführer Lichtmesstechnik Berlin GmbH

Foto: Volker Döring

Der Bedarf, Licht zu messen, ist groß. So unterliegt die Beleuchtung an Fahrzeugen weltweit unterschiedlichen Normen, deren Einhaltung während der Entwicklung und Produktion ständig überprüft wird. Zugleich werden diese Normen weiterentwickelt und modifiziert. Allein ein PKW hat über fünfzig lichttechnische Komponenten. Hier kommt LMT ins Spiel: Die Labore zur Messung von Licht und Farbe, die das Mittelstandsunternehmen in der Berliner City West herstellt, sind auf der ganzen Welt gefragt. Komplette Labore werden für den jeweiligen Zweck und Standort entwickelt und aufgebaut. Aus einer Hand erhalten die Kundinnen und Kunden, darunter Mercedes, Audi und Volkswagen, Hard- und Software, Personalschulungen und Service. Das Geheimnis des Erfolgs von LMT sind Sensoren mit Mosaikfiltern, milimeterdünn und zwischen drei und zwölf Zentimeter im Durchmesser. Jeder dieser Filter ist ein Unikat und kann nur mit sehr viel Präzision, Wissen und Erfahrung hergestellt werden. Er funktioniert wie ein genormtes menschliches Auge. Gemessen werden können verschiedene Eigenschaften des Lichts – seine Intensität, Streuung und Farbtemperatur. Dieses Produkt zur Marktreife entwickelt zu haben, ist die Pioniertat der LMT-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gegründet 1974, begann der Aufstieg zum Weltmarktführer mit einem Großauftrag im Zusammenhang mit dem Bau von Flutlichtanlagen für Fußballstadien anlässlich der Weltmeisterschaft 1978. Erst mit den Daten aus den Anlagen von LMT ist eine zuverlässige Lichtplanung für derartige Großveranstaltungen möglich, damit während des Spiels niemand geblendet wird und Spielerinnen, Spieler und Publikum gleichermaßen gut sehen. Kurz nach ihrer Feuertaufe bauten die Charlottenburger das erste Labor für einen bedeutenden deutschen Autobauer. „Damals wie heute sind es die Spitzenkunden, die zu LMT kommen“, sagt Geschäftsführer Raymund Hammer. Er ist seit den Anfängen dabei. Seine Aufgabe bestand zunächst darin, hochspezialisierte Ingenieurinnen und Ingenieure aus der Industrie und von der Technischen Universität Berlin zu einem schlagkräftigen Team zusammenzuführen und zu koordinieren. Dabei halfen ihm nicht nur seine Abschlüsse als Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur, sondern auch seine vielfältigen Erfahrungen im Umgang mit Menschen. Als junger Mann verdiente er mehrere Jahre sein Geld als Musiker in einer Band, deren Auftritte und Verträge er managte. Heute sieht Hammer eine seiner Hauptaufgaben darin, neue kluge Köpfe zu finden und sie dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Hier hilft ihm die räumliche Nähe des Unternehmens zur Technischen Universität mit ihrem großen Potential an Spezialistinnen und Spezialisten.

Dr. Michael Schäbitz
Kluge Köpfe 2011