Wenn die Gegenstände zu uns sprechen: Intelligente Netzwerke der Zukunft

»Das Internet der Dinge ist ein Megatrend in den nächsten Jahren, da tut sich eine Riesenwelt auf.«, Henri Kretschmer, Geschäftsführer Virtenio GmbH

Foto: Volker Döring

Bananen sind sensible Früchte. Bei ihrem Transport von Südamerika nach Deutschland brauchen sie kühle Temperaturen und eine optimale Umgebung, sonst kommen sie matschig bei uns an. Eine Lösung für dieses Problem bietet die Firma Virtenio mit kabellosen Miniaturcomputern, die die Temperatur und vorhandene Umgebungsluft analysieren. Per Satellit ist die Spedition immer informiert und kann im Zweifelsfall steuernd eingreifen. Das ist nur ein Beispiel für das breite Einsatzspektrum der Grundlagentechnologie von Virtenio. Die kleinen, leistungsstarken und energieeffizienten Computer sind nicht größer als eine Streichholzschachtel und kommunizieren und vernetzen sich über Funk. Eine eigens programmierte Software erleichtert die Anwendung.

In Zukunft könnten so nicht nur Maschi-nen Informationen austauschen, sondern alle Dinge des alltäglichen Lebens. „Das Internet der Dinge ist ein Megatrend in den nächsten Jahren, da tut sich eine Riesenwelt auf. Das heißt, alles kommuniziert miteinander. Kühlschränke, die Einkaufszettel schreiben, Autos, die alleine Parkplätze finden oder intelligente Blumentöpfe, die uns sagen, wann wir wieder gießen sollen, sind denkbar“, erzählt Firmengründer Henri Kretschmer.

Seit 2005 befasst sich der Ingenieur für technische Informatik mit diesem in Deutschland neuen Thema der draht-losen Informationsverarbeitung und -übermittlung, das er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin (TU) für sich entdeckte. Damals beschäftigte er sich mit Netzwerken zur Gebäudeautomatisierung. Konkret sind das unter anderem Geräte, die den Heizungsverbrauch bestimmen und steuern, ohne dass jemand tatsächlich die Wohnungen betreten muss. „Ein enorm großer Markt“, weiß Kretschmer. Der Zufall wollte es, dass Kretschmer zwei Diplomanden betreute, die im Bereich der Sensorknoten und dazu passender Software forschten. Zusammen mit Torsten Hüter und Stefan Ziegler entwickelte Kretschmer die innovativen Minia-turcomputer und legte damit die Basis für die Unternehmensgründung. „Sehr wichtig war für uns der Gründungsservice der TU Berlin und das Exist-Gründerstipendium des Bundeswissenschaftsministeriums, um uns selbständig zu machen“, berichtet Thomas Henn, der als Kaufmann das Team der Ingenieure ergänzt. Seinen Standort hat Virtenio im Charlottenburger Innovations-Centrum CHIC. „Wir haben nach Räumen in der Nähe der TU gesucht, denn es ist für uns wichtig, in einem kreativen und innovativen Umfeld zu arbeiten. Außerdem ist es zentral gelegen und hier im CHIC passiert viel, entsteht etwas Neues.“ Der richtige Ort für Virtenio, um die Zukunft neu zu gestalten.

Kluge Köpfe 2011