Newsletter 04/2012

Ausstellung „Brazilian Design“ im Stilwerk Berlin

Möbeldesign aus Brasilien sollte international ebenso bekannt sein wie die angesehene brasilianische Architektur, so Botschafter Everton Vieira Vargasbei der Eröffnung der Ausstellung „Brazilian Design, Klassiker der Moderne und zeitgenössische Avantgarde“. 

Bis Anfang Mai 2012 wird eine Kollektion 60 brasilianischer Designobjekte aus fünf Jahrzehnten präsentiert, die so noch nie in Europa gezeigt wurde. Unter Anderem sind Möbelklassiker von Oskar Niemeyer bis zu zeitgenössischen Objekten von Zanini de Zanine, dem diesjährigen Preisträger des international wichtigen IF Design Awards zu sehen. Ausstellungsort ist die Mall des Stilwerk Berlin und die Galerie ZEITLOS im 3. Obergeschoss. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Brasilianischen Botschaft, Vanishing Points, stilwerk Berlin und dem Regionalmanagement City West.

Ort: Stilwerk Berlin und Designgalerie ZEITLOS,Kantstraße 17, 10623 Berlin-Charlottenburg

Öffnungszeiten: täglich 9.00 bis 20.00 Uhr

Über das Zustandekommen der Ausstellung spricht Uwe Mönnikes, Inhaber der Galerie ZEITLOS in einem Interview mit Regionalmanager Dirk Spender.

Interview mit Uwe Mönnikes

Dirk Spender (DS): Herr Mönnikes, welche Geschichte steht hinter der von Ihnen organisierten Ausstellung Brazilian Design?

Uwe Mönnikes (UM): Schon seit einigen Jahren verfolge ich das wachsende Interesse an brasilianischen Design-Klassikern auf dem internationalen Kunstmarkt. Vor einiger Zeit erklärte mir mein Freund Raul Schmidt, als ich bei ihm zu Besuch auf einem stromlinienförmigen Sessel mit einer Sitzfläche aus gelochtem Metall Platz nahm: »Du sitzt auf einem Abfallblech der brasilianischen Notenbank! Viele unserer jungen brasilianischen Designer erschaffen aus wiederverwertbaren Materialien Mobiliar, das die Grenzen zwischen Kunst & Design aufbricht.“  So hatte ich meinen ersten Kontakt mit zeitgenössischem Brasilianischen Design im vergangenen Sommer auf der Terrasse des Leihgebers unserer Ausstellung.

DS: Und das war die Geburtsstunde der Idee, eine Ausstellung nach Berlin zu holen?

UM: Ja, Mit der Ausstellung »BRAZILIAN DESIGN – KLASSIKER DER MODERNE UND ZEITGENÖSSISCHE AVANTGARDE« wollen wir im stilwerk Berlin allen Design- und Kunstinteressierten einen vielseitigen Einstieg in das Thema verschaffen, um die dynamische Zeitspanne des brasilianischen Designs von den 40er Jahren bis zur Diktatur zu beleuchten und eine Brücke zur jungen Avantgarde zu schlagen. Die sich etablierende Designmeile Kantstraße  ist ein ausgezeichneter Ort, Gastgeber dieser Schau zu sein.

DS: Was fasziniert Sie besonders an dem Thema brasilianischen Möbeldesigns?

UM: Der Designer Zanini de Zanine ist der Entwerfer des bereits erwähnten Sessels und diesjähriger Preisträger des international wichtigen IF Design Awards. Diese jungen Kreativen sind sehr an Materialrecycling und Fragen der Nachhaltigkeit interessiert. Diese Preisverleihung ist für mich eine weitere Bestätigung für das weltweite Interesse und die Bedeutung brasilianischem Designs.
Aber Zanini de Zanine ist nicht der Einzige, der die brasilianische Alltagskultur und Identität in eine eigenständige Formensprache umsetzt. Die dortige Designszene erlebt derzeit eine Wiederentdeckung in der internationalen Wahrnehmung und präsentiert sich selbstbewusst, unangepasst, einfallsreich und souverän. Die hohe Klasse Brasilianischen Designs hat Tradition. Die Wurzeln liegen in den 40er und 50er Jahren, den so genannten »anos dourados«, deren wichtigste Protagonisten wie z.B. Oscar Niemeyer hierzulande sehr bekannt sind, aber nur wenige wissen, dass er auch Möbel entworfen hat. Über den Reichtum dieses Landes an erstklassigen Entwerfern ist immer noch viel zu wenig bekannt.

DS: Die Begeisterung ist unüberhörbar. Und wer steckt organisatorisch alles hinter dem Projekt?

UM: Mein besonderer Dank gilt Raul Schmidt Felippe Junior, dem großzügigen Leihgeber dieser außergewöhnlichen Design-Sammlung, der das Ausstellungsprojekt von der ersten Sekunde an enthusiastisch unterstützt hat sowie Ana Cristina Paschoal Alves von VANISHING POINTS. Mit Ihrem Engagement unterstützen sie, dass Brasilianische Design auf dem europäischen Markt bekannter wird. Unser Ausstellungsansatz ist nicht kommerzieller Natur.

DS: Wie sind die Öffnungszeiten und was passiert während der Ausstellungsdauer?

UM: Die Ausstellung wird am 22.03.2012 feierlich in der Mall des Berliner Stilwerks, Kantstrasse 17 eröffnet. Es wird einen Katalog geben, der interessante Hintergründe und Details erläutert. Für Fragen der Besucher steht das ZEITLOS-BERLIN Team  zur Verfügung. Darüber hinaus planen wir Fachführungen zum Beispiel für Kunst- und Designstudenten mit der Universität der Künste, an denen die Designer mitwirken werden. Das macht das Erlebnis für die Studierenden authentisch.  Weiteres steht auf unserer Homepage www.brazilianfurnituredesign.com

DS: Herr Mönnikes, viel Erfolg für Ihre Ausstellung und herzlichen Dank für das Gespräch.

 

Bilder von oben nach unten:

Uwe Mönnikes im Gespräch mit Dirk Spender
Zanini de Zanine , Moeda Chair
Oscar Niemeyer, Rio Chaise
Rodrigo Almeida, Africa Chair
Sergio Matos, Balao Chair

Uwe Mönnikes, Galerie Zeitlos  im Gespräch mit Dirk Spender, Regionalmanagement CITY WEST