Newsletter 07/2013

Umfeld Urania – der östliche Eingang in die CITY WEST

Bei der ersten öffentlichen Veranstaltung zur Umgestaltung des Umfelds Urania beteiligten sich über 150 Gäste an der Diskussion über die Zukunft dieses wichtigen Stadtbereiches in der CITY WEST.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg beabsichtigt die Aufwertung als Wohnumfeld und des für den Tourismus relevanten Bereiches mit Fördermitteln aus dem Programm Aktive Zentren. Es soll geprüft werden, welche Realisierungschance eine Reduzierung der überdimensionierten Verkehrsflächen hat, um die seit langem bekannten Probleme für Fußgänger und Fahrradfahrer zu reduzieren und den Stadtraum attraktiver zu machen. Die Beteiligung der Immobilieneigentümer, Anrainer und Nutzerinnen und Nutzer des östlichen Cityeingangsbereiches ist dauerhaft während des mehrjährigen Planungsprozesses vorgesehen.

Als Ergebnis der Veranstaltung am 8. August 2013 ist festzuhalten, dass die betroffenen Gruppen und Personen eine große Bandbreite an Meinungen und Wünschen besitzen. So reichen die Positionen vom vollständigen Umbau der Straßenräume zugunsten breiterer öffentlicher Fußwege bis hin zu äußerst vorsichten Strategien, da mit baulichen Veränderungen die Sorge vor touristischer Überfremdung und Preissteigerungen verbunden ist. Über die nächsten Planungsschritte und Planungsinhalte wird in der zweiten Veranstaltung am 20. August 2013 weiter öffentlich debattiert.

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Einladung zum Inklusiven Straßenfest „Stadt im Fluss“ in der Uhlandstraße

Am 17. und 18. August 2013 in der Uhlandstraße veranstaltet der Verein Kudamm International e.V. ein Straßenfest mit einem etwas anderen Veranstaltungsformat, insbesondere für moblilitätseingeschränkte Besucher. Inklusion bedeutet, auf die Anforderungen der Vielfalt in unserer Gesellschaft einzugehen und allen die Möglichkeit zur Teilhabe zu bieten.

Die Uhlandstraße wird im Abschnitt zwischen Kurfürstendamm und Lietzenburger Straße für den Autoverkehr gesperrt und gänzlich den Fußgängern zur Verfügung gestellt. Es entstehen somit neue Angebote für alle, die mit Gehhilfen oder Rädern unterwegs sind. Die Unternehmen in der Uhlandstraße setzen sich für einen barrierefreien öffentlichen Raum für ein ungehindertes Einkaufen und Genießen ein. Mit ihrer Internationalität aus über 20 verschiedenen Ländern wollen sie helfen, kulturelle und sprachliche Barrieren abzubauen.

An der Lietzenburger Straße und am Taxistand in der Grolmannstraße werden extra Halteplätze für Behindertenfahrzeuge eingerichtet. Besucher des Festes können neben vielen Informationsangeboten zum Beispiel auch mit einem Langstock ausprobieren, wie sich sehbehinderte Menschen in der Öffentlichkeit orientieren. Das Fest präsentiert auf zwei Bühnen ein ausgesuchtes Musik- und Kulturprogramm, das Menschen vieler Nationalitäten verbindet, Neugierde auf andere Kulturen weckt und die Freude an sprachlicher Verständigung fördert.

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Verliert die Kantstraße ein Denkmal?

Die Kantgaragen,  zwischen  der Charlottenburger Leibnizstraße und Krumme Straße gelegen, sind ein merkwürdiger Bestandteil im Verlauf der Kantstraße. Kommen die Fassade und die beiden benachbarten Grundstücke ungepflegt und untypisch für den sonst bürgerlich gepflegten Bezirk daher, singen Architekten und Denkmalpfleger ein Loblied auf das Streitobjekt. Die 1930 eröffnete Hochgarage ist ein Zeitdokument des modernen Bauens und der Automobilisierung unserer Gesellschaft. Zugleich ist sie in Europa die älteste und eine der beiden letzten ihrer Art. Liebhaber besuchen die Kantgaragen, um das Erschließungskonzept mit seiner Doppelhelix zu studieren. Der morbide Charme des prototypischen Parkhauses erinnert an das Chicago in Billy Wilders Kultfilm „Manche mögen´s heiß“, in dem sich verfeindete Ganoven rund um Zahnstocher-Charlie und Gamaschen-Colombo eine Schießerei liefern…

Heute ist das Gebäude in der Unterhaltung offensichtlich vernachlässigt, jedoch durch die Tankstelle und in seinen Pkw-Stellplatzangeboten voll ausgenutzt. Dass die Stahlbetonkonstruktion einer Sanierung bedarf, die optische Erscheinung nicht dem Umfeld entspricht, die Renditeerwartung des Immobilieneigentümers an den benachbarten Liegenschaften gemessen wird, ist nachvollziehbar. Nun liegt beim Bezirksamt ein Abrissantrag vor.

Die Kantstraße mausert sich seit einigen Jahren zu einem attraktiven Design- und Kreativstandort. Sie behauptet sich gegenüber anderen hochwertigen Einzelhandels- und Bürolagen in Nähe des Kurfürstendamms. Die Entwicklung der Problemimmobilie Kantgarage wird zeigen, ob die urbanen Qualitäten des Standorts genutzt und seine kreativen Potenziale gehoben werden. Die Bedeutung des Baudenkmals ist in die anstehenden Entscheidungen einzubeziehen. Ein behutsamer Umgang mit der historischen Bausubstanz ist für die Kantstraße sinnvoll, um ihren Charakter und die existierende Nutzungsstruktur zielorientiert weiter zu entwickeln.