Barrierefreie und gendergerechte Umgestaltung eines Spielplatzes und von Pausenhofflächen

Barrierefreie und gendergerechte Umgestaltung

Der Spielplatz in der Knesebeckstraße 78/79 und die Pausenhofflächen der Joan-Miró-Grundschule in der Bleibtreustraße 43 wurden gestalterisch aufgewertet. Dafür wurden rund 1 Mio. Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“ bereitgestellt. Träger der Maßnahme ist der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Fachbereich Grünflächen.

Im Jahr 2015 begannen die Planungen. Die bauliche Umsetzung der Pausenhöfe erfolgte größtenteils in den Jahren 2016 und 2017. Restarbeiten und die Erneuerung des Spielplatzes erfolgten in 2018.

Pausenhoffläche

Hintergrund

Steigende Einwohner- und Schülerzahlen setzen eine intakte soziale Infrastruktur im Quartier voraus. Der Kernbereich der City West weist jedoch eine gravierende Unterversorgung mit Sport- und Spielflächen auf.

Der Zustand der Pausenhöfe - täglich von mehr als 800 Kindern genutzt - war durch die hohe Nutzungsintensität unzulänglich. Die Spielgeräte auf dem Spielplatz Knesebeckstraße wiesen einen hohen Abnutzungsgrad auf. Defizite bestanden auch bei der barrierefreien Zugänglichkeit. Mit der Maßnahme wurden die gestalterischen und funktionalen Defizite beider Flächen behoben.

Die Kombination beider Bereiche - Spielplatz und Pausenhöfe - schuf einen Spielbereich, der für Schüler*innen, Kita-Gruppen und Kinder aus der Nachbarschaft nutzbar ist. Neue Aktionsangebote, Aufenthaltsbereiche und Rückzugsräume ergänzen sich optimal. Teile des Schulhofes der Joan-Miró-Grundschule waren und sind heute schon eingeschränkt öffentlich nutzbar. Möglichkeiten einer Vernetzung und verbesserten Zugänglichkeit von Spielplatz und Pausenhöfen wurden im Planungsverlauf diskutiert. Aufgrund begrenzter zur Verfügung stehender Mittel ist auf zusätzliche bauliche und gestalterische Maßnahmen im öffentlichen Straßenraum verzichtet worden, mit Ausnahme der Modernisierung der Ampelanlage in der Knesebeckstraße nach barrierefreiem Standard.

Inklusion

Ein „Spielplatz für alle“: Kinder gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, Begabung oder Geschlecht wird die Möglichkeit geboten, sich auf ihre Weise und nach ihren Möglichkeiten auf den Spielplätzen aufzuhalten, sie zu nutzen und zu erobern. Jede und jeder will dabei sein, dazugehören, teilhaben, nicht ausgeschlossen sein. Das ist auch der Wunsch von Kindern, die mit Handicaps leben und für die es barrierefreie Spielmöglichkeiten geben soll.

Beteiligung

Die Kinder selbst sind die Experten in Sachen Spiel: Bei der Gestaltung kamen daher gerade sie zu Wort. Schon im Vorfeld der Planungen aber auch während der Realisierung setzten sich Schülerinnen und Schüler bei einer Vielzahl an Klassenprojekten und Exkursionen mit der Neugestaltung von Spielplätzen auseinander. Im September 2015 begann schließlich ein umfangreiches Beteiligungsverfahren.

Im Rahmen des Sommerfestes der Joan-Miró-Schule am 12. September 2015 erfolgte der Auftakt zur geplanten Umgestaltung. Auf dem Fest anwesend waren Vertreter*innen des Bezirksamtes, der Koordination Aktives Zentrum City West und des Büros plancontext Landschaftsarchitektur. Sie standen für erste Fragen und Anregungen zur Verfügung. Ein „Kummerkasten“ und ein „Wunschhain“ fingen die Nöte und Anregungen der Besucher*innen auf.

Nach den Herbstferien folgte eine Planungswerkstatt, in die sich alle Akteure und Interessenten aktiv einbringen konnten. In erster Linie werden dabei die Kinder als spätere Nutzer*innen angesprochen. Natürlich fanden auch die Bedarfe und Wünsche von Anwohner*innen, Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen Gehör.

Ende Januar 2016 fand eine schulweite Abstimmung verschiedener Entwürfe statt. Die besten Elemente flossen in den Vorentwurf ein. Dieser orientiert sich gestalterisch am Stil des namensgebenden Künstlers Joan Miró. Anfang März wurde der Vorentwurf im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert. Es folgten weitere schulinterne und öffentliche Informationsveranstaltungen, insbesondere zum geplanten Bauablauf.

Auch in die Realisierung der Entwürfe wurden die künftigen Nutzer*innen gestalterisch einbezogen. Kunstklassen verschiedener Jahrgänge und die Willkommensklassen entwarfen Mosaike für Tische und bauten eine überlebensgroße Miró-Skulptur, die am 20. Juni 2017 feierlich eingeweiht wurde.

Der Prozess wurde von einer Schul-AG „Baustellen-Reporter“ begleitet. Die Ergebnisse stehen in einer Broschüre - dem Baustellenreport - zum Download zur Verfügung.