Eingang Campus Charlottenburg an der Fasanenstraße - verlängerte Hertzallee

Visualisierung Umgestaltung Hertzallee

Visualisierung zur Umgestaltung der Hertzallee (Visualisierung: Lavaland GmbH/TH Treibhaus)

Die Verlängerung der Hertzallee bildet die zentrale Erschließungsachse des Hauptcampus der Technischen Universität Berlin (TUB) und der Universität der Künste (UdK). Einst führte hier die prachtvolle mit Linden bepflanzte „Kurfürstenallee“ vom Ernst-Reuter-Platz zum Tiergarten. 1950 erfolgte die Umbenennung in „Hertzallee“. Die Entwidmung des Abschnitts zwischen Ernst-Reuter-Platz und Fasanenstraße als öffentliche Straße folgte 1964. Seit dem haben sich der Charakter und die Wahrnehmung der einstigen Prachtstraße vollständig gewandelt. Heute weist sie deutliche funktionale und gestalterische Defizite auf. Insbesondere die Eingangsbereiche zum Campus am Ernst-Reuter-Platz und an der Fasanenstraße sind unattraktiv bis unübersichtlich.

Wettbewerbsverfahren

Daher wurde im Frühjahr 2014 in enger Abstimmung zwischen dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, TUB und UdK ein Wettbewerbsverfahren initiiert, mit dem ein überzeugendes freiraumplanerisches Gesamtkonzept gefunden werden soll, das als Grundlage für einen schrittweisen Umbau der verlängerten Hertzallee dient. Dabei sollen die städtebaulichen Bezüge zwischen Hardenbergplatz/ Hertzallee und Ernst-Reuterplatz in den Blick genommen werden. Es ist vorgesehen in einem ersten Schritt den Eingangsbereich zum Campus an der Fasanenstraße bis zur Wegeverbindung Mensa-Hauptgebäude der TUB umzugestalten.

Ziel ist die Stärkung des Eingangsbereichs als öffentlich nutzbarer Ort für Anrainer, Besucher, Touristen etc. der City West. Unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte soll die historische Verbindung mit Zugangssituation, Wegeführung, Bepflanzung und Raumbildung des Außenbereichs wieder erlebbar werden, um die Freiraumqualitäten des Campus zu stärken, der Anbindung des Campus zur Stadt zu verbessern und die Abgeschlossenheit des Campus aufzuheben.

Im September 2014 hat die Jury unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin und TU-Professorin Cordula Loidl-Reich den erste Preis an an Lavaland/TH Treibhaus vergeben. Zwei dritte Preise mit einer Dotierung gingen an die Arbeitsgemeinschaft A24 Landschaft/COBE Berlin und an das Büro ANNABAU Architektur und Landschaft. Insgesamt wurden sieben Planungsbüros in einem Bewerbungsverfahren ausgewählt und haben ihre Entwürfe eingereicht.

Der Siegerentwurf vom Team Lavaland und TH Treibhaus, setzt auf eine elegante und ruhige Atmosphäre mit mehreren Aufenthaltsbereichen. Ein Mosaikpflaster-Belag aus Basalt spannt einen gleichmäßigen, deutlich wahrnehmbaren Raum zwischen den angrenzenden Gebäuden auf, in den über die gesamte Länge der Allee die Wegeachse mittig wie eine streifenförmige Intarsie aus Granit eingelegt ist. Das Preisgericht würdigte, dass hier mit wenigen Mitteln eine deutlich lesbare Ordnungs- und Orientierungsstruktur innerhalb der heterogenen Umgebung des Campus entsteht und die Kombination der dunklen Basaltfläche mit dem hellgrauen Granitband, der Farbigkeit der Staudenbeete und dem Grün der Bäume eine ruhige und zugleich elegante Atmosphäre erwarten lässt, die dem Ort eine hohe Wertigkeit verleiht. Im Verlauf der Allee schafft der Entwurf vier platzartige Aufenthaltsbereiche. Bei dem Eingangsbereich an der Fasanenstraße hob das Preisgericht lobend hervor, dass die hier vorgesehenen Sitzelemente und Tische Gelegenheit für gemeinsames Arbeiten im Freien bieten und die Aufenthaltsqualität zusätzlich durch ein Café, einen Campus-Kiosk und ein Schaufenster der Wissenschaften und Künste erhöht wird.

Die vollständigen Wettbewerbsergebnisse sind auf den Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt dokumentiert.

Realisierung

Die Realisierung findet in Abschnitten statt, wobei der erste Bauabschnitt den südlichen Teil der ehemaligen Kurfürstenallee mit dem Eingangsbereich an der Fasanenstraße umfasst. Die Umgestaltung dieses ersten Bauabschnitts soll aus Mitteln des Bund-Länder-Programms „Aktive Zentren“ finanziert werden. Für den ersten Abschnitt wird mit Baukosten von rund 1 Millionen Euro gerechnet.

Kooperationsvertrag

Zur Detaillierung des Wettbewerbsergebnisses und der zügigen Umsetzung des Vorhabens haben der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, die Technische Universität Berlin, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sowie Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dieser dient der Sicherung der Projektziele, der Regelung der Fördermittelverwendung und der Verpflichtungen der Partner zum Bau und der Anlagenunterhaltung.

Spatenstich

Im Juni 2016 erfolgte unter Anwesenheit von Regula Lüscher (Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt), Steffen Krach (Staatssekretär für Wissenschaft in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft), Reinhard Naumann (Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf), Marc Schulte (Stadtentwicklungsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf), Prof. Dr. Christian Thomsen (Präsident der TU Berlin) und Prof. Martin Rennert (Präsident der UdK Berlin) der erste Spatenstich für die Umgestaltung der verlängerten Hertzallee.