3D-Druck: Jetzt in Bio

Beim Gründerwettbewerb „Digitale Innovationen“ des BMWi überzeugen zwei Start-ups der TU Berlin
3D-Druck

Kommt auch aus dem 3D-Drucker, ist aber aus Plastik

Beim Gründerwettbewerb „Digitale Innovationen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurden die Start-ups Cellcore3D und Bloodline/Cellbricks ausgezeichnet. Beide Teams verbinden die Elemente der Biologie mit dem des 3D-Drucks und bringen damit generative Fertigungsverfahren maßgeblich voran. Neben einem Startkapital für die Unternehmensgründung erhalten die Gewinnerteams auch ein auf sie abgestimmtes Coaching und Mentoring. Beworben haben sich 306 Gründungsteams um die Auszeichnungen.

Das Gründungsteam von Cellcore3D erhielt einen mit 32.000 Euro dotierten Hauptpreis. Das Start-up-Team von Bloodline/Cellbricks erhielt einen mit 7.000 Euro dotierten Anerkennungspreis.

CellCore3D

In der Konstruktion von mechanischen Teilen wie Maschinen, Fahrzeugen oder Flugzeugen werden leichte Bauteile benötigt, die trotz geringen Gewichts eine hohe Festigkeit aufweisen müssen. Ziel des Einsatzes dieser leichtmetall- oder kunststoffbasierten Bauteile ist es, Material einzusparen und beispielsweise den Verbrauch eines Fahrzeugs zu reduzieren. Für die Entwicklung von Leichtbaukomponenten orientieren sich Entwickler zunehmend an Vorbildern aus der Natur, deren Strukturprinzipien auf technische Anwendungen übertragen werden. CellCore3D bietet für die Auslegung und Erstellung solcher Konstruktionen eine eigens entwickelte Software als Plug-in für CAD-Systeme auf Basis bionischer Algorithmen an. Die Bauteile werden so z. B. hinsichtlich Gewicht, Schwingungsdämpfung und Wärmedämmung optimiert. CellCore3D gewährleistet dabei eine herstellungsgerechte Ausgabe des optimierten Bauteils mit geringem Nachbearbeitungsaufwand.

Bloodline

Mit Biodruckern oder organischen Druckern können Wissenschaftlerinnen heute sogar Haut- und Gewebezellen in 3D drucken. Dr. Lutz Kloke, Mitbegründer des Bioprinting- und TU-Start-up Cellbricks GmbH, hat mit Bloodline ein CAD-System speziell für die Besonderheiten eines Bio-3D-Druckers entwickelt. Mit Bloodline kann der Anwender einen Entwurf erstellen, der dem Bioprinter als Vorlage für das physische Modell dient. Das Bloodline-System berücksichtigt dabei die besonderen Anforderungen des Druckobjekts und berechnet etwa die Blutgefäße in dem Gewebe oder dem Organ automatisch. Mit dem System können zum Beispiel kleine Organe und Gewebe gedruckt werden, die u. a. für Medikamententests eingesetzt werden können. Auch als cloudbasierte Anwendung eröffnet das CAD-System Bloodline großes Potenzial für Pharmazie und Medizin.

Quelle: 
TU Berlin, Stabstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni